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RUESCH
Flexible Katheter wurden von RUESCH erfunden

Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach - August Rüsch? Ihre Wege kreuzten sich in Stuttgart-Bad Cannstatt. Die einen bauten die ersten Autos - und Rüsch den ersten flexiblen Katheter. Auch er wurde von der Leidenschaft zu seinem Produkt beflügelt. August Rüsch gründet die Firma A. RÜSCH in Stuttgart-Bad Cannstatt, um gummielastische Instrumente zu entwickeln, die sämtlichen Anforderungen in der modernen Medizin genügen sollen. Die Produkte finden schnell fachliche Anerkennung und werden weltweit imitiert.

Auch auf anderen Gebieten demonstriert RÜSCH Erfindergeist: Im Auftrag Gottlieb Daimlers entwickelt er einen Zündkabel-Isolierschlauch für den ersten Verbrennungsmotor. Noch heute bezeichnet man diese Art der Isolierung als "RÜSCH-Rohr" oder "Bougie-Rohr".

August Rüsch erwirbt nicht nur ein neues Firmengelände in Rommelshausen, vor den Toren Stuttgarts, sondern gründet
auch eine eigene Handelsgesellschaft in Amerika: Beides wichtige Grundlagen für künftige Expansionen.

Nach dem ersten Weltkrieg übergibt August Rüsch die Firma seinen drei Söhnen Emil, Kurt und Willy. Willy Rüsch führt ab 1930 die Firma alleine weiter. Neu in der Produktion: Anästhesie-Instrumente aus Gummi und vollautomatisch hergestellte PVC-Instrumente (Rüschelit®). Der anhaltende Pioniergeist der Gründerjahre und der Wille zur Optimierung der Produkte festigen den ausgezeichneten Ruf der Gruppe.

Willy Rüsch gründet 1949 in den USA die Metro Medical Distribution. In Deutschland entwickelt er das Tauchverfahren zur Herstellung chirurgischer Instrumente aus Latex zur Serienreife. Das Produktsortiment wird nun umfassend erweitert durch Latexinstrumente wie Ballonkatheter, Endotrachealtuben mit Spirale und Trachealtuben mit Ballon.

1968 nimmt RÜSCH in Deutschland die erste Anlage zur Strahlensterilisation in Betrieb - eine der größten Anlagen Europas. Von nun an kann der überwiegende Teil der Instrumente gammasterilisiert ausgeliefert werden: zum sofortigen Einsatz im OP.

Die Gründung der RÜSCH Uruguay und der Liebenzeller Verpackungsgesellschaft LIPAC 1971, sowie 1978 der RÜSCH FRANCE mit zwei Niederlassungen, sind weitere Etappen auf dem Weg zur Internationalisierung.

Eine herausragende Innovation gelingt 1972 nach Jahren der Forschung und Erprobung: der Einsatz des Werkstoffs Silikon bei der Herstellung von biokompatiblen Kathetern, Tuben und Drainagen. Kurz darauf folgen weitere Meilensteine: die Markteinführung von Trachealtuben und Tracheostomietuben aus PVC.

RÜSCH ist Vorreiter beim Einsatz des thermoplastischen Polyurethans (WIRUTHAN®). Außerdem startet das Endourologie-Programm. Das Sortiment umfasst 1983
Produkte der Bereiche Anästhesie, Intensivpflege, Urologie, Chirurgie, Endourologie und Veterinärmedizin.

Das Unternehmen wird 1984 eine Aktiengesellschaft: die WILLY RÜSCH AG. 1986 wird RÜSCH Austria gegründet. 

Die RÜSCH-Gruppe wird 1989 von der amerikanischen Teleflex Inc. übernommen. Nach einem Jahrhundert Firmengeschichte ist aus dem ehemaligen Familienbetrieb ein internationaler Konzern geworden, dessen Produkte weltweit Anerkennung finden.

RÜSCH entwickelt 1990 den DD-Uretersplint, den ersten dirigierbaren und dekonnektierbaren Uretersplint der Welt. Kein anderer bietet mehr Sicherheit, Schnelligkeit und Komfort bei der Anwendung. 1992 wird der Lasertubus eingeführt. Er gilt noch heute als einer der sichersten im Einsatz auf diesem Gebiet.


In Kernen-Rommelshausen wird 1995 das Joint Venture R+E Automationstechnik GmbH für Sondermaschinenbau gegründet. Im gleichen Jahr entwickelt RÜSCH die ersten beschichteten Katheter. RÜSCH wird nach ISO 9001 und EN 46001 sowie den EG-Richtlinien 93/42/EWG und dem amerikanischen FDA-Standard zertifiziert.

Mit der Produktlinie RÜSCH CARE erfolgt 1996 die Diversifikation in den Bereich der häuslichen Pflege. Mit dem Dynamic Stent gelingt zur selben Zeit eine einzigartige Neuentwicklung für den trachealen und bronchialen Einsatz.

Ins neue Jahrtausend geht RÜSCH als internationaler Konzern, der mit 2.700 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 214 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Die RÜSCH-Gruppe produziert inzwischen an weltweit acht Standorten und verfügt über Vertriebsniederlassungen auf allen Kontinenten.